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Sonnenaufgang, Okonomiyaki und vielleicht doch Yakuza

4:20 Uhr. Der Wecker klingelt und erstaunlicherweise war das gar nicht so schlimm. Ich habe wirklich gut geschlafen. Kleiner Kaffee, kein Frühstück, schnell angezogen und raus.

Und dann standen wir pünktlich zum Sonnenaufgang wieder am Torii auf Miyajima. Wieder Ebbe. Vielleicht fünf Leute unterwegs. Absolute Ruhe. Kein Gedränge, kein Selfie-Stau, kein hektisches Rumgelaufe. Einfach still.

Ein paar schöne Fotos gemacht und wieder gemerkt, wie gut sich diese Tageszeit eigentlich anfühlt.

Früh aufstehen ist toll. Theoretisch.

Morgens um kurz nach fünf wirkt alles friedlicher. Selbst die Touristen. Vielleicht schlafen die vernünftigerweise einfach noch.

Ich denke mir bei solchen Momenten immer wieder: Eigentlich müsste ich öfter so früh raus. Aber dann kenne ich mich auch wieder gut genug. Im Alltag endet das meistens irgendwo zwischen „morgen bestimmt“ und Snooze-Taste.

Wahrscheinlich einfach Gewohnheitssache. Ist bei meiner aktuellen Ernährungsumstellung ja ähnlich. Wobei ich hier in Japan gerade sämtliche Regeln sehr entspannt auslege. Urlaub ist Urlaub.

Frühstück mit Ansage

Danach habe ich mich tatsächlich nochmal für eine Stunde hingelegt. Um 8:30 Uhr waren wir dann zum Frühstück verabredet und das war schon ordentlich.

Western Breakfast war gut. Das Japanese Style Breakfast allerdings nochmal eine ganz andere Liga. Da wird morgens schon mehr aufgefahren als bei manchen Leuten zu Weihnachten.

Nach dem Checkout das Gepäck im Locker am Fährterminal eingeschlossen und noch ein bisschen durch Miyajima gebummelt. Das kleine Örtchen wirkt morgens sowieso angenehmer als tagsüber, wenn alles voller wird.

Dann Fähre zurück, JR-Zug und anschließend wieder Shinkansen. Diesmal Richtung Osaka.

Himeji läuft uns nicht weg

Eigentlich stand Himeji mal auf der Liste. Haben wir aber erstmal übersprungen. Vielleicht machen wir daraus einen Tagesausflug zusammen mit Kobe. Mal sehen. Das Schöne an der Reise ist gerade, dass wir nicht alles komplett durchplanen müssen.

In Osaka angekommen erstmal ins Hotel, kurz frisch gemacht und dann direkt wieder los.

Sunset mit Warteschlange

Mit dem Taxi zum Umeda Sky Building gefahren. Plan: Observation Deck zum Sonnenuntergang.

Plan gescheitert.

Der Andrang war komplett absurd. Die Schlange sah eher nach Freizeitpark an Feiertagen aus. Da hatten wir ehrlich gesagt keine Lust mehr drauf. Wir sind ja noch ein paar Nächte in Osaka. Vielleicht probieren wir es bei besserem Timing oder besserem Wetter nochmal.

Man muss sich ja nicht freiwillig eine Stunde irgendwo anstellen nur um dann gemeinsam mit 400 anderen Leuten romantisch in den Sonnenuntergang zu starren.

Okonomiyaki und leicht zwielichtige Nachbarschaft

Abends dann Okonomiyaki essen. Ich hatte die Variante mit Rindfleisch.

War okay. Gut sogar. Aber jetzt auch keine kulinarische Erleuchtung, bei der man danach schweigend zum Himmel blickt.

Zu Fuß zurück Richtung Hotel und dann fiel uns auf, dass direkt um die Ecke offenbar eine Art Rotlichtviertel beginnt. Sehr viele Anzugträger vor irgendwelchen Türen. Teilweise mit Knopf im Ohr. Und manche Herren sahen aus, als hätten sie schon ein etwas bewegteres Leben hinter sich.

Sagen wir mal so: Die blauen Flecken im Gesicht kamen bestimmt vom Jacuzzi. Ganz sicher.

Hoppla. Vielleicht doch Yakuza-Gegend. Fauxpas.

Morgen? Keine Ahnung.

Für morgen gibt es tatsächlich noch keinen festen Plan. Und ehrlich gesagt ist das gerade ganz angenehm.

Erstmal schlafen. Dann Wetter checken. Dann schauen wir weiter.

Funktioniert bisher erstaunlich gut.

Jaa ne.

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