Kein Wecker. Kein Zeitplan. Keine Tempel, keine Züge, keine „wir müssen um 8:12 los“.
Einfach ausschlafen in Osaka. Ehrlich gesagt war das nach den letzten Tagen ziemlich nötig. Diese Reise ist großartig, aber eben auch kein Strandurlaub mit Cocktail und Liege. Man läuft hier jeden Tag gefühlt halb Japan ab. Wenngleich es heute nur 13.000 Schritte waren.
Also erstmal langsam gemacht. Getrödelt. Kaffee. Rumhängen. Und dann irgendwann raus Richtung Dotonbori. Ohne konkreten Plan. Wobei… ganz stimmt das nicht. Ein Kimono oder Yukata für Simone stand auf der Wunschliste. Der Unterschied ist übrigens simpel: Kimono eher formell und traditionell, Yukata leichter und alltagstauglicher. Quasi die Sommer-Version. So ungefähr jedenfalls.
## Shopping ohne Queen
Wir sind durch Geschäfte gezogen, haben geguckt, verglichen, wieder geguckt und am Ende… nichts gekauft.
Es gab schon Sachen, die nett aussahen. Aber eben nichts, wo man sofort denkt: „Genau das.“
Tja. Lieber nichts kaufen als irgendeinen Touri-Krempel, der später zuhause im Schrank verstaubt. Dafür war das Ganze angenehm entspannt. Kein Programm, kein Durchhetzen. Einfach treiben lassen. In Osaka funktioniert das erstaunlich gut.
## Dotonbori und eine Schüssel Glück
Mittags dann irgendwo nahe Dotonbori Ramen direkt an der Straße. Klein, eng, unspektakulär. Also meistens genau die Läden, bei denen das Essen gut ist.
Diesmal Tonkotsu-Ramen. Die Brühe wird dabei aus lange gekochten Schweineknochen gemacht und ist entsprechend kräftig und cremig. Nicht gerade leichte Kost, aber verdammt lecker.
Draußen zwischendurch immer wieder leichter Regen. Aber Osaka macht einem das ziemlich leicht. Gefühlt kann man sich hier halb unterirdisch durch die Stadt bewegen. Einkaufszentren, Passagen, U-Bahn-Zugänge, Unterführungen. Man ist erstaunlich selten wirklich draußen. Osaka hat eines der dichtesten unterirdischen Einkaufsnetzwerke Japans – Crysta Nagahori, Namba Walk, diverse Metroverbindungen mit angeschlossenen Ladenzeilen. Man kann hier Stunden verbringen, ohne die Oberfläche zu berühren. Das ist entweder sehr praktisch oder leicht verstörend, je nach Gemütslage. Heute war es praktisch.
## Abendessen auf heißer Platte
Abends wieder Essen auf heißer Platte. Wir scheinen da gerade unbewusst eine kleine Serie draus zu machen.
Diesmal aber kein Okonomiyaki zum Selbstbraten, sondern gebratene Nudeln mit Schweinefleisch direkt auf der heißen Platte serviert, die einmal rund um den Tresen läuft. Man sitzt davor und bekommt das Essen quasi direkt aus der heißen Umlaufbahn gereicht. Einfach, schnell und gut.
Danach noch ein Eis auf die Hand. Und dann zurück Richtung Hotel. Im Regen.
## Die Sache mit der Regenjacke
Simone bestand auf Regenschirm oder Regenjacke.
Ich dagegen war der festen Überzeugung, dass man das nicht braucht. Ein bisschen Regen wird man ja wohl noch aushalten.
Nun ja.
Sagen wir es so:
Am Ende sahen exakt 50 Prozent von uns aus wie ein begossener Pudel.
Simone gehörte überraschenderweise nicht dazu.
Manchmal liefert das Leben sehr schnell sehr eindeutige Auswertungen. Besonders in Japan.
## Einfach mal ein ruhiger Tag
Unterm Strich war das heute genau richtig. Kein großes Highlight, kein „das muss man gesehen haben“, keine perfekte Instagram-Kulisse.
Einfach ausschlafen, durch Osaka laufen, essen, gucken, ein bisschen nass werden und den Tag ruhig angehen lassen. Und ehrlich gesagt sind genau solche Tage auf Reisen oft ziemlich wichtig. Sonst wird selbst Japan irgendwann nur noch Programmpunkt nach Programmpunkt.
Morgen dann vermutlich wieder mehr Action. Oder mehr Regen. Wahrscheinlich beides.
Subarashii
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