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Ohne iPhone kein Spaß und kein Boarding ohne Pass

# Tokio. Endlich unterwegs.

Tokio, Shinjuku. 21:27 Uhr.  

Und ehrlich gesagt fühlt sich der Tag an, als hätte er ungefähr 43 Stunden gehabt.

Gestern noch zu Hause letzte Dinge erledigt, heute schon mitten in Japan zwischen Neonlichtern, U-Bahn-Linien und völlig erledigt um 18 Uhr einfach weggepennt. Der Körper wusste irgendwann nicht mehr, welche Uhrzeit eigentlich gelten soll. Ich übrigens auch nicht.

Aber der Reihe nach.

## Terminalwandern und erste kleine Herzstillstände

Der Start lief… sagen wir mal: mit leicht erhöhtem Puls.

Fast hätte ich mein Handy im Auto vergessen. Das wäre direkt am ersten Reisetag eine absolute Meisterleistung gewesen. Gerade noch gemerkt. Danach dann der endlose Marsch durch Terminal 1 von A nach B. Vermutlich gibt es Leute, die auf diesem Weg schon Proviantstationen aufgebaut haben.

Die Business Lounge war gut besucht, aber trotzdem eine gute Entscheidung. Allein schon, um dem kompletten Terminalwahnsinn mal kurz zu entkommen. Gerade wurde vom Frühstück auf Mittag umgestellt, die Auswahl war eher übersichtlich, aber völlig okay. Lufthansa feierte außerdem 100 Jahre mit irgendwelchen speziellen Getränken und Süßspeisen. Da sagt man natürlich nicht nein. Rein wissenschaftliches Interesse.

## Business Class ist schon eine andere Welt

Im Flugzeug dann das volle Programm.

Amuse Gueule, Vorspeise, Spargel mit Kalbfleisch, Obst zum Nachtisch, dazu ein bisschen Wein. Irgendwann verliert man leicht den Überblick, ob man gerade fliegt oder in einem Restaurant sitzt, das zufällig mit 900 km/h unterwegs ist.

Das Flat Bed war tatsächlich Gold wert. Ich konnte wirklich ein paar Stunden schlafen. Hätte ich vorher nicht gedacht. Wobei: laut ist es trotzdem. Meine Ohrstöpsel sind offenbar eher dekorativ als funktional.

Unterm Strich aber schon beeindruckend. Vor allem auf so einem langen Flug macht das einen gewaltigen Unterschied.

## Die Boarding-Panne

Natürlich lief nicht alles glatt.

Beim Boarding waren wir zu viert unterwegs und ausgerechnet ich stand am Ende plötzlich da wie jemand ohne gültige Existenzberechtigung. Zugang verweigert. Kurze hektische Diskussion beim Bodenpersonal. Für einen Moment dachte ich schon: stark, erster Japanflug und direkt am Gate aussortiert.

Am Ende war es einfach ein Problem mit den Bordkarten in der App. Weil ich alle vier Karten gespeichert hatte, konnte ich dann schließlich mit Lianes Bordkarte boarden. Komplett absurd. Aber immerhin: drin.

## Erste Stunden in Tokio

Nach der Landung ging es mit dem Bus Richtung Hotel nach Shinjuku. Und ehrlich gesagt war das eine gute Entscheidung. Man sieht wenigstens etwas von der Stadt statt nur irgendwelcher Tunnelwände. So der Plan  

Wobei… Tunnelwände gab es trotzdem genug. Unter anderem einen der längsten Straßentunnel der Welt auf der Shuto Expressway Central Circular Route. 18,2 Kilometer. Irgendwann verliert man da drin jedes Gefühl dafür, ob man noch fährt oder schon dauerhaft unter Tokio wohnt.

Später dann direkt die ersten klassischen Tokio-Momente: Meiji-Schrein, Takeshita Street und natürlich die ersten Erfahrungen mit den Öffis. Funktioniert alles erstaunlich gut — solange man nicht darüber nachdenkt, wie viele Menschen gleichzeitig unterwegs sind.

## Komplett platt und trotzdem noch Ramen

Gegen 18 Uhr war komplett Feierabend. Einfach ins Bett gefallen und erstmal geschlafen.

Aber natürlich nicht lange. Gegen 20 Uhr wieder raus. Tokio schläft schließlich auch nicht nur, weil irgendein deutscher Tourist Jetlag hat.

Also noch in ein kleines Ramen-Restaurant. Einfach, unkompliziert und genau richtig nach diesem Tag. Dazu vorher das erste Ei-Sandwich aus einem Seven-Eleven-Konbini. Ich verstehe langsam, warum Leute diese Konbinis so feiern. Das wirkt alles gleichzeitig völlig normal und erstaunlich gut.

Jetzt ist allerdings wirklich Schluss für heute.

Der erste Tag war lang, chaotisch, laut, anstrengend — und ziemlich gut.

Japan, wir sind da.  

Konbanwa.

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