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Nara, Rehe und die Glückszahl 13

Osaka gefällt mir wirklich gut. Auch wenn die Hitze inzwischen langsam an den Kräften nagt. Man merkt abends einfach, dass man den ganzen Tag unterwegs war. Trotzdem: Jammern hilft nicht. Höchstens ein kaltes Getränk.

Die erste Nacht im Hotel Monterey Le Frere Osaka übrigens im 13. Stock. Die 13 verfolgt uns hier ohnehin schon durch den ganzen Urlaub. Zimmernummer, Sitzreihe, Shinkansen-Wagen, Wartelistennummer. Langsam wirkt das weniger wie Zufall und mehr wie ein Running Gag von Japan.

Tagesausflug nach Nara

Heute ging es von Osaka rüber nach Nara. Der Plan war simpel: Tempel anschauen, ein bisschen durch die Stadt laufen und natürlich die berühmten Hirsche erleben. Letzteres klappt dort ungefähr drei Sekunden nach der Ankunft.

Die Tiere sehen auf Fotos immer friedlich und niedlich aus. In Wahrheit sind sie hochprofessionelle Snack-Erpresser. Besonders wenn irgendwo diese Reiscracker auftauchen. Oder offenbar auch Bananen.

Simone musste feststellen, dass ein Reh erstaunlich wenig Respekt vor persönlicher Distanz hat, sobald Essen im Spiel ist. Liane wiederum war zeitweise eher auf taktischer Flucht mit den Reiscrackern beschäftigt. Sah von außen sehr unterhaltsam aus. Für die Beteiligten eher mittelentspannt.

Das größte Holzgebäude der Welt

Beeindruckend war der große Tempel in Nara schon. Vor allem die Dimensionen. Wenn man davorsteht, merkt man erst, wie absurd groß dieses Holzgebäude eigentlich ist.

Teilweise stammen die Holzpfosten wohl aus Bäumen, die beim Bau bereits mehrere hundert Jahre alt waren. Solche Zahlen muss man erstmal kurz sortieren. Da wird einem bewusst, dass in Japan Geschichte oft nicht hinter Glas steht, sondern einfach noch benutzt wird.

Und während man versucht, das alles aufzunehmen, läuft einem gleichzeitig der Schweiß den Rücken runter. Diese Mischung aus Kulturstätte und Sauna hat schon ihre eigene Dynamik.

Zurück nach Osaka

Am späten Nachmittag ging es zurück nach Osaka. Erstmal kurz durchschnaufen im Hotel. Danach gegen halb sieben wieder los zum Abendessen.

Diesmal in die riesige Osaka Station City. Eigentlich ist das kein Bahnhofskomplex mehr. Das ist eine eigene kleine Stadt mit Rolltreppen, Geschäften, Restaurants und vermutlich irgendwo noch einer zweiten Parallelwelt.

Essen gab es beim Chinesen: Rindfleisch mit Zwiebeln und Reis. Ganz unspektakulär und genau deshalb gut. Nach Tagen voller Eindrücke freut man sich irgendwann auch einfach über ein leckeres Essen ohne großes Event drumherum.

Osaka bei Nacht

Danach noch ein wenig durch die Straßen gezogen, Lichter angeschaut, Atmosphäre aufgesogen und ein paar Kleinigkeiten geshoppt.

Osaka hat nachts einfach Energie. Nicht dieses geschniegelt Perfekte, sondern eher lebendig, laut, hell und trotzdem angenehm. Dazu liegt unser Hotel in einer richtig guten Ecke der Stadt. Man kommt raus und ist praktisch sofort mitten drin.

Morgen gibt es ausnahmsweise kein festes Programm. Vermutlich einfach entspannt durch die Gegend laufen, bisschen schauen, bisschen shoppen und mal sehen, was passiert. Was in Japan meistens bedeutet, dass am Ende doch wieder 20.000 Schritte auf der Uhr stehen.

Konbanwa

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