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Nachtrag: ​Öffentlicher Onsen. Mit Tattoos. Kann ja nur gut werden.

Zurück im Hotel in Kanazawa. Eigentlich war der Plan eher: trinken, runterfahren, schlafen. Fertig.  

Aber dann kam dieser spontane Gedanke: „Ach komm. Wenn schon Japan, dann jetzt auch noch der öffentliche Onsen.“

Tja. Öffentlicher Onsen bedeutet in Japan oft automatisch: Tattoos eher schwierig.  

Also erst mal runter zur Rezeption und diese speziellen Abdeckpflaster kaufen. In mehreren Größen. Sicherheitshalber. Sah auf der Verpackung alles sehr überzeugend aus.

In der Realität stellte sich dann heraus: Die Dinger sind ungefähr für Briefmarken gedacht. Nicht für ausgewachsene Tattoos.

Also improvisieren.  

Ein bisschen schneiden, ein bisschen kleben, ein bisschen fluchen. Simone entwickelte irgendwann eine Art chirurgische Patchwork-Technik, und am Ende war zumindest genug verdeckt, damit es halbwegs funktionierte. Nicht schön. Aber funktional. ITler kennen das Prinzip.

## Der Moment der Wahrheit

Mit leichtem Restzweifel dann also Richtung Bad.  

Und ehrlich gesagt: Man macht sich vorher deutlich mehr Gedanken als nötig. Drinnen interessiert sich gefühlt niemand für irgendwen. Alle machen ihr Ding. Ruhig, entspannt, keine große Show.

Der eigentliche Onsen selbst war dann genau das Richtige nach dem Tag. Heißes Wasser, Ruhe, runterkommen. Kein Handy. Kein Lärm. Kein „noch schnell irgendwas gucken“. Einfach sitzen und langsam merken, wie der Körper in den Energiesparmodus geht.

## Sehr japanisch: Regeln, Ruhe und Routine

Was mir dabei auffällt: Diese Badekultur funktioniert hier einfach, weil sich alle selbstverständlich daran halten. Erst gründlich waschen, dann ins Wasser. Leise sein. Kein Rumgehopse. Kein Wellness-Instagram-Gehabe.

In Deutschland würde spätestens nach acht Minuten jemand mit Bierdose am Beckenrand diskutieren, warum Regeln seine Freiheit einschränken.

Hier dagegen wirkt selbst ein Hotel-Onsen irgendwie routiniert und respektvoll.

## Danach nur noch Wasser und Bett

Nach dem Bad erst mal ordentlich Flüssigkeit nachgefüllt. War auch nötig.  

Und kurz danach war komplett Feierabend. Richtig müde. Nicht „ich könnte schlafen“-müde, sondern dieses angenehme Abschalten, bei dem man merkt: Heute ist der Akku wirklich leer.

Morgen geht’s weiter. Aber heute war einfach nur noch warmes Wasser, Müdigkeit und Ruhe.

Auch nicht schlecht.

Konbanwa.

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