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Last Order, arigato gozaimasu

Der letzte Tag in Tokio. Beziehungsweise eigentlich schon der erste halbe Abschied. Wir sitzen in Ginza, alles läuft erstaunlich entspannt, und ehrlich gesagt fühlt sich das gerade ein bisschen unwirklich an. Drei Wochen Japan fast vorbei. Zack.

Direkt morgens noch ein kleiner Zufallsfund um die Ecke vom Hotel in Ginza: ein Chopstick-Kurs. Wirklich keine fünf Minuten entfernt. Spontan angemeldet. Kann man am letzten Tag machen. Muss man wahrscheinlich sogar machen.

Mit Hobel und Schleifpapier statt Sehenswürdigkeiten

Der Kurs sollte eigentlich eine Stunde dauern. Am Ende wurden es eher anderthalb. Aber genau das war gut daran. Kein hektisches Touri-Abfertigen, sondern ziemlich entspannt.

Wir haben unsere eigenen Essstäbchen gemacht. Erst hobeln, dann schleifen, gravieren und zum Schluss einölen. Klingt erstmal nach Werkunterricht Klasse 7, hat aber überraschend viel Spaß gemacht. Und irgendwie ist das am Ende ein besseres Souvenir als der zwanzigste Kühlschrankmagnet.

Mit der Kursleiterin haben wir uns länger unterhalten. Sehr nett. Sie schwärmte davon, dass sie bald nach Deutschland, genauer nach Straßburg fahren würde. Mussten wir leider korrigieren. Frankreich. Nicht Deutschland. Passiert vermutlich öfter.

Ein letztes Mal Tokio

Danach zurück aufs Zimmer, auschecken, Koffer parken und nochmal los. Natürlich nach Asakusa. Irgendwie zieht einen der Stadtteil am Ende doch nochmal an.

Dort haben wir spontan eine Bootstour gemacht. Etwa eine Stunde über den Sumida-Fluss. Tokio vom Wasser aus zu sehen hat schon was. Vor allem, weil ständig irgendwo der Tokyo Skytree auftaucht. Egal wohin man schaut. Das Ding verfolgt einen optisch durch halb Tokio.

Und dann diese Brücken. Wirklich Brücken ohne Ende. Moderne, alte, breite, filigrane. Irgendwann hört man auf mitzuzählen und schaut einfach nur noch.

Anschließend noch letzte Souvenirs eingesammelt. Ein T-Shirt. Ein Plate. Der übliche „wir haben eigentlich schon genug, kaufen aber trotzdem noch was“-Modus vor der Heimreise.

Ginza und kollektiver Einkaufswahnsinn

Mit noch ein paar Stunden Restzeit ging es zurück nach Ginza. Etwa zwanzig Minuten mit der Ginza Line. Tokio-Standard inzwischen. Reinsetzen, festhalten, ankommen.

Draußen drückend schwül. Diese Art von Luft, bei der man schon beim Rumstehen das Gefühl hat, frisch geduscht und gleichzeitig wieder verschwitzt zu sein.

Trotzdem noch in den UNIQLO Ginza Flagship Store. Großer Fehler.

Es war unfassbar voll. Ehrlich. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob irgendwo etwas verschenkt wird. Nach vielleicht zwanzig Minuten hatten Simone und ich genug. Komplett reizüberflutet. Menschenmassen auf mehreren Etagen. Shopping-Endgegner.

Also Fluchtstrategie: Kaffee.

Manchmal ist genau das die beste Entscheidung. Einfach hinsetzen, runterkommen und akzeptieren, dass man an einem gewissen Punkt keine weiteren Eindrücke mehr braucht.

Metro, Koffer und Luxusprobleme

Von der Station Takarachō ging es dann direkt ohne Umsteigen nach Haneda. Praktisch. Und überraschend entspannt.

Wir hatten sogar Sitzplätze. Der Zug wurde allerdings mit jeder Station voller. Kaum jemand stieg aus. Unsere Koffer haben vermutlich nicht aktiv zur allgemeinen Begeisterung beigetragen. Aber tja. Life is a beach, sometimes.

Am Flughafen dann komplett absurd effizient. Koffer aufgeben in vielleicht fünf Minuten. Security leer. Immigration per Self-Checkout. Nach ungefähr fünfzehn Minuten saß ich schon in der ANA Business Lounge und dachte kurz: Okay. Das hier ist gerade schon ziemlich nah am Optimum.

Dusche reserviert. Frisch machen. Essen. Runterkommen.

Und ehrlich gesagt: Vor einem 14-Stunden-Nachtflug nochmal duschen zu können, statt geschniegelt verschwitzt im Sitz zu kleben, ist schon dekadent angenehm. Da versteht man plötzlich sehr schnell, warum Menschen Business Class mögen.

Sayonara, Japan

Jetzt sitzen wir hier. Müde. Voll mit Eindrücken. Voll mit Fotos. Voll mit zu vielen Souvenirs. Und gleichzeitig irgendwie zufrieden.

Japan war intensiv. Laut. Ruhig. Organisiert. Chaotisch. Freundlich. Anstrengend. Faszinierend.

Und jetzt geht’s nach Hause.

Sayōnara.

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