Heute ging es raus aus Tokio und rein in eine komplett andere Japan-Welt. Weniger Neon, weniger Dauerstress, dafür Wald, See und erstaunlich heißes Wasser. Und irgendwo dazwischen Thomas, der sich fast selbst ans Taxi gefesselt hat.
Nach der Nacht im Kapselhotel waren wir erstaunlich ausgeschlafen. Hätte ich ehrlich gesagt selbst nicht gedacht. Man stellt sich das vorher ja irgendwie klaustrophobisch vor. War aber deutlich besser als erwartet.
Romance Car klingt falscher als es ist
Von Shinjuku ging es erst mal mit dem „Romance Car“ Richtung Odawara. Der Name klingt wie ein fragwürdiges Dating-Format auf Schienen, ist hier aber völlig normal.
Ich liebe japanische Züge wirklich. Selbst wenn man längst nicht mehr überrascht sein sollte. Diesmal konnte man die Sitzbänke einfach komplett drehen. Zack, 180 Grad. Fertig. Würde bei uns vermutlich nach drei Tagen kaputt oder dauerhaft reserviert sein.
Wir hatten gleichzeitig Glück und Pech. Richtige Zugseite erwischt, also theoretisch beste Chancen auf Fuji-Blick. Praktisch war der Fuji die komplette Fahrt nicht zu sehen. Vermutlich irgendwo hinter Wolken versteckt und hat sich über die Touristen lustig gemacht.
Shinjuku bleibt Endgegner
Vorher noch einmal durch den Bahnhof Shinjuku. Ich dachte eigentlich, ich hätte mich langsam an Tokio gewöhnt. Tja. Offenbar nicht.
Durch irgendwelche Umbauten war die Orientierung diesmal komplett katastrophal. Und das in einem Bahnhof, der ohnehin schon eher ein eigenes Ökosystem ist. Zum Glück genug Zeit eingeplant. Sonst wäre das wieder so eine klassische „eigentlich ganz entspannt“-Geschichte geworden, die dann doch in hektischem Gepäckrennen endet.
Waldweg zum Torii of Peace
In Odawara angekommen direkt weiter mit dem Shuttlebus zum Hotel. Rund eine Stunde Fahrt bis nach Hakone.
Einchecken ging noch nicht, also direkt wieder los. Zu Fuß am Ashi-See entlang Richtung Torii of Peace. Ungefähr sechs Kilometer durch Wald, am Wasser entlang. Genau die richtige Mischung aus ruhig und „hoffentlich war das wirklich der richtige Weg“.
Am Torii angekommen dann das komplette Gegenteil. Menschenmassen. Alle wollten natürlich dieses eine Foto machen. Und fairerweise: alles erstaunlich diszipliniert organisiert. Schön ordentlich in Reihe. Aber ganz ehrlich — darauf hatten wir keine Lust.
Also etwas geschaut, Atmosphäre mitgenommen und dann lieber per Taxi zurück.
Privat-Onsen oder: der gekochte Hummer
Abends hatten wir einen privaten Onsen gebucht. 45 Minuten. Wassertemperatur ungefähr 41 Grad.
Vorher dachte ich noch: 45 Minuten? Das ist ja wenig.
Nach ungefähr 15 Minuten kam ich mir allerdings vor wie ein Hummer kurz vor dem Servieren. Mit Duschen, Umziehen und langsam wieder halb normal werden sind diese 45 Minuten absolut ausreichend. Danach hätte ich mich eigentlich direkt ins Bett legen können.
Yukata, Buffet und Taxi-Drama
Aber nein. Fertig machen fürs Abendessen. Diesmal Buffet im Hotel inklusive. Dafür dann traditionell im Yukata unterwegs. Sieht entspannt aus. Ist es irgendwie auch.
Später noch in der Lobby gesessen, den nächsten Tag besprochen und direkt den Shinkansen für Donnerstag nach Kyoto gebucht. Läuft.
Das eigentliche Highlight des Abends kam allerdings vorher im Taxi.
Thomas wollte aussteigen und hatte sich gleichzeitig mit Kameragurt und Sicherheitsgurt komplett verheddert. So richtig. Arme fest, Bewegung eingeschränkt, komplette Selbstblockade. Wir mussten helfen, ihn da rauszuwickeln. Bauchweh vor Lachen.
Der Taxifahrer dagegen hat die ganze Situation überhaupt nicht verstanden. Er schaute einfach nur leicht irritiert, während Thomas halb im Gurtpaket hing.
Manchmal sind es wirklich die kleinen Momente.
Jetzt reicht’s aber für heute. Gute Nacht aus Hakone.
konbanwa
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